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    Ein evidenzbasierter Behandlungspfad zur Nachbehandlung von Kreuzbandverletzungen. Ein hochschulisches Projekt für die Praxis (S-01)

    Freitag, 28. September 2018 I 10:00 - 10:45

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    Es existiert kein Standard für die Versorgung nach einer isolierten Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Lediglich in Bezug auf das zu verwendende Transplantat besteht ein Konsens. Da die Physiotherapeutische Behandlung maßgeblich von der operativen Versorgung abhängt, unterscheiden sich auch hier die Konzepte erheblich. In einer kooperierenden Klinik wurde vor etwa einem Jahr eine neue OP-Technik eingeführt, die zu einer hohen primären Festigkeit des Transplantates führt und daher unmittelbar postoperativ die unlimitierte Bewegung und volle Belastung des Kniegelenks erlaubt. Bei klinischen Kontrollterminen zeigte sich jedoch, dass das Potenzial der Methode nicht in vollem Umfang genutzt wird. Aus diesem Grunde wurde die Hochschule beauftragt, einen Versorgungsstandard für die neu eingeführte Operationsmethode zu entwickeln und die Implementierung in der Praxis zu unterstützen. Im Rahmen eines studentischen Projekts wurde im Laufe eines Semesters ein interdisziplinärer Behandlungspfad entwickelt. Ausgehend von einem orientierenden Literaturstudium und der Darstellung der OP-Technik durch den Operateur wurden zunächst Experten- und Patienteninterviews geführt, um Fragestellung für gezielte Literaturrecherchen generieren zu können. Die gefundenen Evidenzen wurden bewertet und anhand Ihrer Güte und Aussagekraft mit unterschiedlich starken Empfehlungsraden versehen. Neben starken (A) und mäßigen (B) Evidenzen wurden ebenso Expertenmeinungen (C) sowie Anregungen der Arbeitsgruppe (D) in den Pfad eingepflegt. Dann erfolgte die Ausarbeitung des Pfades und die Erstellung des Literaturverzeichnisses inklusive Handreichungen für die Anwender. Anschließend erfolgte die Vorstellung und Diskussion des Pfades mit den befragten Experten sowie dem Auftraggeber. Im Oktober begann nach einer weiteren Differenzierung und Erweiterung des Pfades durch eine aus Mitarbeiter*innen der Hochschule und der Klinik bestehende Arbeitsgruppe die klinische Erprobung durch ausgewählte Anwender, die zudem vorab definierte Eckdaten für die Evaluation erfassen. Nach einem halben Jahr erfolgt die Auswertung dieses Praxistests und die Aktualisierung des Pfades, der dann als Online-Version zur Verfügung gestellt wird. Nachfolgende sollen die Outcomes der Operative Versorgung in Verbindung mit dem Behandlungspfad anhand eines Randomisierten Kontrollierten Versuches überprüft werden. Besonderheiten der physiotherapeutischen Versorgung sind die evidenzbasierten Empfehlungen für die präoperative Behandlung, die Empfehlungen zur Anwendung etablierter Maßnahmen wie Kryotherapie, Continuous Passive Motion und Kräftigung sowie die klare Benennung von objektivierbaren Zielen für jede Phase der Rehabilitation. Der Übergang von eine in die nächste höhere Phase durch standardisierten Test entscheiden wird. Dadurch wird der Pfad individualisiert, feste Zeitvorgaben entfallen. Vielmehr wird der präoperative Aktivitätslevel berücksichtigt.

    Referenten

    Prof. Dr. rer. Medic Udo Wolf

    Professor für Physiotherapie, Hochschule Fulda

    Raum

    Congress Saal

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