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    Evidenzbasiertes Training beim Jumper's Knee (S-03)

    Freitag, 28. September 2018 I 10:45 - 11:30

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    Tendinopathien auf Höhe des distalen Patellapols und der Patellarsehne sind schmerzhafte Entzündungsreaktionen, die zumeist in Folge chronischer Überbelastung entstehen. Aufgrund des häufigen Auftretens in Sportarten mit hoher Sprungbelastung wie Volleyball oder Basketball, wird dabei auch vom Jumper’s Knee gesprochen. Neben der chronischen Überbelastung aufgrund hoher Trainingsumfänge werden weitere Risikofaktoren wie Körperzusammensetzung, Beinlängendifferenz, Fußgewölbe, Beweglichkeit von Quadrizeps und ischiocruraler Muskulatur, Maximalkraft des Quadrizeps sowie maximale Sprunghöhe und Beschaffenheit der Bodenoberfläche untersucht. Weiterhin konnte bei Bewegungsanalysen mit Volleyballern, die am Jumper’s Knee leiden, unter anderem eine erhöhte Sehnenspannung in der Patellarsehne und eine veränderte Kinetik und Kinematik bei Absprung und Landung beobachtet werden. Als evidenzbasierte konservative Behandlungsmethode beim Jumper’s Knee findet sich in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur das Heavy Load Training mit der Unterteilung in Heavy Slow Resistance (HSR) Training und maximiertes exzentrisches Training wieder. Beide Trainingsarten haben gemeinsam, dass sie versuchen die betroffene Sehne einer sehr hohen Zugbelastung auszusetzen, durch die positive strukturelle Veränderung in der Sehne provoziert werden soll. Im HSR Training wird mit hohem Zusatzgewicht und Wiederholungsdauern im Bereich von sechs Sekunden trainiert. Beim exzentrischen Training zeigt sich eine hohe Effektivität mit Zusatzgewicht bei ein- oder beidbeinigen Kniebeugen auf einem 25° Keil. Die Belastung wird bei beiden Methoden so gewählt, dass die Patienten im schmerzhaften Bereich trainieren. Sowohl HSR als auch exzentrisches Krafttraining zeigen bei vergleichbarem kurzzeitigen Erfolg stabilere Langzeitergebnisse als, zum Beispiel, eine ultraschallgestützte Injektion von Corticosteroiden. Dabei besteht eine moderate Evidenzlage für eine strukturelle Veränderung der Sehne als Erklärung für den Erfolg des HSR Trainings bei Tendinopathien. Obwohl die Ergebnisse für HSR vielversprechender sind, führt die Ausstattung der meisten physiotherapeutischen Praxen dazu, dass ein exzentrisches Training für die Behandlung des Jumper’s Knee praktikabler ist. Auf dem Weg zurück zum Sport und in der Prävention eines Wiederauftretens der Verletzung spielt die Beseitigung der extrinsischen Risikofaktoren und die Behandlung der verletzungsbedingten Adaptionen im Bewegungssystem eine große Rolle. Eine Verbesserung von Sensomotorik, Beinachsenstabilität, Beweglichkeit und des Kräfteverhältnisses von Quadrizeps zu ischiocruraler Muskulatur, sowie eine Veränderung der verletzungsprovozierenden Technik bei Absprung und der Landung sind in der weiteren Behandlung als Trainingsschwerpunkte zu setzen.

    Referenten

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    Torsten Pohl

    wissenschaftlicher Mitarbeiter, TU München, Professur für Konservative und Rehabilitative Orthopädie

    Raum

    Congress Saal

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