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    Wundheilungsorientierte Aspekte und Relevanz der Narbentherapie in der Physiotherapie (S-04)

    Freitag, 28. September 2018 I 10:45 - 11:30

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    Narben sind die natürliche Folge einer Verletzung oder eines operativen Eingriffes. So sind beispielsweise im Jahr 2015 ca. 16,5 Millionen operative Eingriffe in Deutschland durchgeführt worden (Bundesamt für Statistik 2017). Die unter anderem aus diesen Operationen, aber auch aus anderen Traumata resultierenden Gewebeschäden stellen ein großes Feld in der physiotherapeutischen Arbeit dar. Folglich sind bisherige Strategien zu überdenken und neue Erkenntnisse in die eigene Arbeit zu integrieren. Eine frühe postoperative Mobilisation von Gelenken im Sinne großer Bewegungsausschläge ist beispielsweise zu überdenken, da die Fibroblastenaktivität auch abhängig von einer Dehnungsintensität- und Dauer ist. (Cao 2014, Cao 2015) . Eine übermäßige mechanische Beanspruchung erhöht das Risiko für pathologische Narbenformen (Bringeland & Boeger 2017). Ähnliches gilt für die Anwendung der Kryotherapie: Sie ist immer noch sehr verbreitet, es sprechen jedoch diverse Erkenntnisse gegen einen Einsatz: Sie hemmt die Wundheilung auf mehreren Ebenen, und häufig angeführte Effekte, wie Ödemreduktion und Schmerzlinderung, können teilweise nicht belegt werden (Wolf 2005, Bringeland 2018)

    Die Art der Narben-Ausformung infolge einer Verletzung ist zumeist jedoch nicht pathologisch (Chapelle 2012). Im Falle einer unphysiologischen Entwicklung können Patienten jedoch unter diversen Problematiken infolge der narbenbedingten Einschränkung leiden. So werden beispielsweise Jucken, Stechen, Schmerz und sogar physiologische Einschränkungen berichtet, welche sogar die ADLs, bzw. eine physiologische Funktionsfähigkeit des Körpers der Patienten massiv beeinträchtigen können (Brown et al. 2008). Es können jedoch auch Funktionseinschränkungen im Sinne einer Bewegungseinschränkung auftreten. Insbesondere für großflächige Narben ist dies bereits seit längerem bekannt, neuere Erkenntnisse erhärten jedoch den Verdacht, dass lokale Störungen durch Adhäsionen sich unter anderem über myofasziale Ketten auch in anderen Körperarealen auswirken können, nicht zuletzt aber auch über das vegetative System (Wilke 2016, Turrina 2012, Bordoni & Zanier 2014). Im Fall einer unphysiologischen Entwicklung stehen den Therapeuten verschiedene Interventionen für die Behandlung zur Verfügung, wobei für einige dieser Ansätze auch bereits erste Wirksamkeitsnachweise erbracht werden konnten (Bringeland & Boeger 2017). Hier sind vor allem manuelle Interventionen hervorzuheben, so konnten einige Studien den Effekt von Massage auf diverse Narben-Charakteristika belegen (Cho et al. 2014, Chapelle et al. 2013). Dies gilt auch für Instrumenten-assistierte Interventionen (Kim et al. 2017). Folglich empfiehlt es sich in der physiotherapeutischen Arbeit, sich an den Erkenntnissen zur Wundheilunghsphysiologie zu orientieren und bei abgeheilten, pathologischen Narben auf mögliche weiterlaufende Störungen zu achten und diese ggf. zu behandeln.

    Referenten

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    M.A. Nils E. Bringeland

    SRH Hochschule für Gesundheit, Campus Karlsruhe

    Raum

    Tagungsraum 2

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