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    Neue Erkenntnisse zur Belastung von Sehnen in der Dynamik. Transmission mode Ultraschall (S-05)

    Freitag, 28. September | 13:00 - 13:45

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    Überlastungsschäden an den Sehnen, insbesondere an den unteren Extremitäten, sind ein weitverbreitetes Problem. Für eine effektive Behandlung von Sehnenpathologien sind Kenntnisse zum Belastungsverhalten der Sehne bei Übungsauswahl sowie bei der Verwendung von Orthesen und Schuhwerk notwendig. Doch methodische Einschränkungen in der Messung der Sehnenbelastung führten bisher dazu, dass die Sehnenbelastung lediglich abgeschätzt oder stark fehlerbehaftet gemessen werden konnte. Der aktuelle Transfer einer der Materialprüfung etablierten Ultraschall-Technik, dem transmission mode Ultraschall (t-mode), hin zur Anwendung beim Menschen hat das Feld der dynamischen Messung von Sehnenbelastung eröffnet. Beim t-mode Ultraschall wird ein Schallsignal längs durch die Sehne gesendet und von einem Receiver im weiteren Verlauf erfasst. Die Schallgeschwindigkeit steht im direkten Zusammenhang zur Zugspannung der Sehne. In einer Reihe von Untersuchungen zu den Einflussfaktoren der Sehnenbelastung konnten wir teilweise kontraintuitive Erkenntnisse zur Sehnenbelastung mittels t-mode Ultraschall nachweisen. So resultieren höhere Ganggeschwindigkeiten in niedrigeren Sehnenbelastungen [1]. Auch beim Thema Schuhwerk und Orthesen konnten wir Überraschendes feststellen: Während eine Fersenerhöhungen wir erwartet die Sehnenbelastung reduzierte, zeigte Gehen ganz ohne Schuhwerk mit Abstand die niedrigste Belastung der Sehne [2]. Weitere Anwendungen des t-mode Ultraschalls scheinen möglich zu sein. Das Verfahren könnte z.B. Personen identifizieren, die gefährdet sind Sehnenbeschwerden zu entwickeln. So zeigten Nachwuchsathleten mit vorderem Knieschmerz (jumper‘s knee) in einer ersten Untersuchung neben einer signifikant erhöhten Zugspannung der Patellasehne in Ruhe zusätzlich ein deutlich abweichendes Belastungsschema während der Durchführung von Kniebeugen. Während gesunde Probanden eine Be- und Entlastung der Sehne während der Kniebeuge aufwiesen, zeigten die Patienten mit Knieschmerz eine fast durchgängig erhöhte Belastung der Sehne [3]. Eine weitere Anwendung des t-mode Ultraschalls findet sich in der Evaluation von Therapiemaßnahmen. Erste Pilottests deuten an, dass eine Triggerpunktbehandlung bei Sportlern mit jumper’s knee die erhöhte Ruhespannung reduzieren könnte. Die teilweise überraschenden Ergebnisse aktueller in-vivo Untersuchungen zur Sehnenbelastung können als Grundlage dienen, bestehende Therapiekonzepte bei Sehnenpathologien neu zu diskutieren. Beispielsweise scheint der Ratschlag bei Achillesbeschwerden eher langsam zu gehen sinnvoll, wenn eine Steigerung der Sehnenspannung als Therapieziel definiert ist. Sollte das Therapieziel jedoch eine Entlastung der Sehne sein, wäre nach unseren Ergebnissen eher zügiges Gehen sinnvoll. Im Bereich der Diagnostik steht die Verwendung von t-mode Ultraschall erst am Anfang, in Zukunft könnte das Verfahren aber für weitere Erkenntnisse, und vielleicht auch Überraschungen, sorgen.

    Referenten

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    Prof. Dr. Torsten Brauner

    Bewegungswissenschaftler, Hochschule für gesundheitsorientierte Wissenschaften Rhein-Neckar, Mannheim

    Raum

    Congress Saal

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