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    Fallbeispiel: Hereditäre spastische Parese. Tonussenkende vs. aktivitätsfördernde Maßnahmen (S-25)

    Samstag, 29. September 2018 I 12:30 - 13:15

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    HSP gehört zu den genetisch bedingten neurodegenerativen Erkrankungen die mit Degenerationen der corticospinalen Bahnen des ersten motorischen Neurons einhergehen. Eine kausale Therapie ist bisher nicht möglich. Leitsymptome

    Vor 16 Jahren, im Alter von 36 bemerkte Frau K. dass sie beim Gehen stolperte. Die Verdachtsdiagnose, MS, wurde ausgeschlossen. Ein diagnostizierter Bandscheibenvorfall C5-6 mit Rückenmarkskompression wurde mit einen Kunststoffimplantat operativ versorgt. Zunächst verbesserten sich ihre Gangstörungen. Nach einem Jahr kehrten diese zurück. 2 Jahre später kam es zu zunehmende Beugespastiken in den Beinen die mit Baclofen therapiert wurden. Sie wurde zunehmend kraftloser. Nach weiteren 2 Jahren wurde die Diagnose: HSP gestellt. Seitdem bekam sie zusätzlich Botolinumtoxin Injektionen in den Beinen, sowie Muskelrelaxantien. In Januar dieses Jahres kam sie mit akuter Atemnot, infolge einer Botox Vergiftung, notfallmäßig in die Klinik. Beeinträchtigungen auf Aktivitäts-/Partizipationsebene

    In April dieses Jahres leidet sie noch an Atemnot beim Gehen. Treppensteigen fällt ihr sehr schwer und ist ohne Handlauf nicht möglich. Sie leidet unter Schluckbeschwerden und kann ihre Arme kaum anheben um Gegenstände zu heben und tragen. Auch sich hoch zu stützen fällt schwer. Eine Ausübung ihres Berufes als Physiotherapeutin ist zu Zeit nicht möglich. Hypothesen und Parameter auf der Körperstruktur-/-funktionsebene

    Das Upper Motor Neuronsyndrom geht mit Plus- und Minussymptome einher. Muskelschwächen der posturalen Synergien und die damit einhergehende Gewebssteifigkeit sind vermutlich Hauptverursacher der Beeinträchtigungen ihrer Alltagsaktivitäten. Die Ganganalyse zeigte am ersten Tag eine deutlich verminderte Schrittlänge, starke Rumpfvorneigung mit Blick nach unten, kaum Armpendel, sowie starke Hüftbeugung und Innenrotation. Die Füße waren stark supiniert und die Fersen erreichten nicht den Boden. Die Ganggeschwindigkeit beim 10 Meter-Gehtest betrug 0,33 m/s.

    Therapieziele

    - Elastizitätsförderung der Rückenstrecker, Atemhilfsmuskulatur, Hüftadduktoren, Plantarflektoren. - Kräftigung der Hüftextensoren-, abduktoren, -außenrotatoren, Peronaen

    - Unterstützung der Zwerchfellatmung, kardiopulmonale Leistungssteigerung Ergebnisse Am 2. Tag konnte die Ganggeschwindigkeit auf 0,75 m/s erhöht werden. Nach der 3. Therapieeinheit betrug die Ganggeschwindigkeit 0,94 m/s. Frau K. hat in der mittleren Standbeinphase einen deutlichen Fersenkontakt und erreicht die vollständige Hüftstreckung. Sie stößt sich mit ihrem Vorfuß ab und ihr Armpendel deutet auf vermehrte Rumpfaufrichtung und –rotation. Ihre Hüften sind nicht mehr adduziert und innenrotiert. Sie berichtet dass sie das erste Mal in 10 Jahren mehrere Treppenstufen ohne Geländer gehen kann und dass ihr Man begeistert die Veränderung wahrgenommen hat. Sie gehen längere Strecken mit ihrem Hund gemeinsam spazieren.

    Referenten

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    M.Sc. Renata Horst

    Head Instructor, N.A.P.-Akademie Berlin

    Raum

    Congress Saal

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