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    Der Zusammenhang von muskulärer Aktivität, Ermüdung und Schmerz bei Musikern am Beispiel der hohen Streicher (S-32)

    Samstag, 29. September 2018 I 16:45 - 17:30

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    Instrumentalisten sind zahlreichen Risikofaktoren ausgeliefert, welche zu spielbedingten Beschwerden führen können. In diesem Zusammenhang wird vor allem die muskuläre Überlastung genannt [1]. Unterschiedliche Belastungen während des Musizierens können zu Überlastungen des neuromuskuloskelettalen Systems führen. Hohe Streicher sind auf Grund ihrer asymmetrischen Spielweise dabei besonders gefährdet. Insbesondere im Bereich der oberen Extremität kommt es dadurch zu unphysiologischen Belastungen. Die Folge kann eine Modifikation der Muskelaktivität beim Spielen sein. Das Ziel dieser klinischen Studie ist es, die Charakteristik der Muskelaktivität zwischen hohen Streichern mit und ohne spielbedingten Beschwerden sowie die Effekte einer muskulären Ermüdung auf diese Charakteristik zu untersuchen. Methoden

    Die Stichprobe dieser an der Hochschule Osnabrück durchgeführten Querschnittsstudie setzte sich aus Musikstudierenden und Orchestermusiker zusammen. Die Einteilung in Musiker mit oder ohne spielbedingte Beschwerden erfolgt durch ein validiertes Fragebogeninstrument. Die Musiker mit Beschwerden beschrieben rechte Schulterschmerzen als primäres Beschwerdebild. Alle Probanden haben dasselbe Testprotokoll durchlaufen: (1) Fragebögen ausfüllen, (2) physiotherapeutisches Screening, (3) Spielen einer chromatischen Tonleiter, (4) einstündiges Spielen eines individuell als ""schwer"" beurteilten Übestücks, (5) erneutes Spielen einer chromatischen Tonleiter. Primäres Outcome war die Muskelaktivität, gemessen mit der Elektromyographie (EMG). Es wurden zwei Parameter erhoben, (1) während der chromatischen Tonleiter die prozentuale Muskelaktivität in Bezug auf die jeweilige Maximalkraft sowie (2) das tiefe Frequenzspektrum während des einstündigen Spielens zur Bestimmung des Ermüdungsverhaltens der Muskulatur. Ergebnisse

    Von insgesamt 15 Musikern konnten acht in die Gruppe „ohne Beschwerden“ und sieben in die Gruppe „mit Beschwerden“ aufgeteilt werden. Es zeigten sich Unterschiede in der Charakteristik der Muskelaktivität zwischen beiden Gruppen. Sowohl die prozentuale Muskelaktivität während der Tonleiter wie auch das tiefe Frequenzspektrum während des einstündigen Spielens zeigten gruppenabhängige Veränderungen. Diskussion

    Die Ergebnisse stehen im Einklang mit anderen Forschungsergebnissen, die auch eine Modifikation der Muskelaktivität beschreiben [3]. Eine mögliche Erklärung dazu liegt in einer Umverteilung der Aktivität im Sinne einer Schmerz- oder Bewegungshemmung zum Schutze des neuromuskuloskelettalen Systems [2]. Die hier angewandte EMG-Auswertungsstrategie erwies sich als geeignetes Werkzeug für eine detaillierte Analyse der Muskelaktivität und liefert Hinweise auf Unterschiede in der Muskelaktivität zwischen Musiker mit und ohne spielbedingte Beschwerden. Auf Basis der Ergebnisse könnte es möglich sein, kompensatorische oder ineffiziente Aktivitätsmuster zu identifizieren. Dieses kann dazu beitragen, gezielte Managementstrategien zu entwickeln."

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    Prof. (in Verw.) Dirk Möller

    Hochschule Osnabrück

    Raum

    Tagungsraum 1

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