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    Train the Brain: Mentale Simulation zur Diagnostik und Therapie bei chronischen Nackenschmerzen (S-06)

    Freitag, 28. September 2018 I 13:00 - 13:45 Uhr

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    Chronische Nackenschmerzen gehören zu den häufigsten Störungen des Bewegungsapparates. Die Identifikation der zugrundeliegenden Mechanismen ist für die gezielte Therapie der chronischen Nackenschmerzen von essentieller Bedeutung. Aus neurophysiologischer Perspektive kann eine zentrale Sensibilisierung Nackenschmerzen aufrechterhalten, die in diesem Zusammenhang u.a. als gesteigerte Reiz-Reaktion, z.B. auf druckschmerzhafte Reize, gekennzeichnet ist. Demgegenüber können Lernmechanismen aus verhaltensbiologischer Sicht zu persistierenden Symptomen führen, die mit einem veränderten und konditionierten Bewegungsprogramm verknüpft sind [1].

    In der Sportwissenschaft ist das mentale Training schon lange etabliert und immer mehr Studien befassen sich mit dem mentalen Training als Rehabilitationsmaßnahme. Mentales Training als reine Vorstellung von Bewegung und die Bewegungsbeobachtung als aufmerksame Observation einer Bewegung werden zusammen „mentale Simulation“ genannt und können in Kombination durchgeführt stärkere Aktivierungen erzeugen, als die jeweilige Maßnahme für sich allein. Aktuelle Erkenntnisse aus eigenen Studien zeigen, dass die mentale Simulation der schmerzhaften Bewegung ausreichend ist, um schmerzassoziierte Areale zu aktivieren, hingegen die gleiche Bewegung mit ablenkendem Focus die schmerzassoziierten Areale signifikant weniger aktiviert [2].

    Auf dieser Beobachtung aufbauend werden Ergebnisse zur mentalen Simulation als Werkzeug zur klinischen Identifikation von Lernmechanismen bei Probanden mit Nackenschmerzen vorgestellt. Nach sensomotorischen Eingangstests führten die Probanden eine mentale Simulation ihrer schmerzhaften Bewegung durch. Mentale Stimulation führte bei 60% der Nackenschmerzprobanden zu gesteigerter Schmerzempfindlichkeit und zu einer ungenaueren Winkelreproduktionsfähigkeit. Neben der Identifikation von Lernmechanismen können mittels mentaler Simulation auch sensomotorische Parameter von Nackenschmerzpatienten positiv beeinflusst werden. Sowohl die Bewegungsvorstellung als auch die Bewegungsbeobachtung konnten nach einer einmaligen Intervention die Genauigkeit der Winkelreproduktion signifikant steigern, nicht jedoch die Druckschmerzhaftigkeit reduzieren [3].

    In einer weiteren Studie wurde die mentale Simulation mit der physischen Ausführung von Übungen für die Nackenflexoren hinsichtlich des cranio-zervikalen-Flexionstests, der zervikalen Winkelreproduktionsfähigkeit, der posturalen Kontrolle und der Druckschmerzhaftigkeit vergleichen. Der direkte Vergleich von mentaler Simulation und aktiver Ausführung von Übungen für Nackenflexoren erzielte vergleichbare Ergebnisse. Die Bedeutung der mentalen Simulation für Diagnostik und Intervention muss in künftigen Studien weiter untermauert werden.

    Prof. Dr. Konstantin Beinert

    Fachbereich Physiotherapie, Hochschule für Gesundheitsorientierte Wissenschaften Rhein-Neckar, Mannheim

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